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Focusing und Stress

Posted on June 12, 2012 at 4:55 AM

In Zeiten, in denen Arbeitsplätze, familiäre Beziehungen und traditionelle Werte unsicher und nicht mehr verlässlich sind, wird der bewusste Umgang mit Stress immer wichtiger. Der Produktionsausfall durch stressbedingte Erkrankungen ist beträchtlich, ganz zu schweigen von dem menschlichen Leid.


Wer Stress reduzieren will, muss sich gesund ernähren, sich viel bewegen, ein funktionierendes soziales Netzwerk aufbauen und zur Verfügung stehende Handlungspielräume und Ressourcen aktiv nutzen. Auch Focusing kann einen wertvollen Beitrag dazu leisten, mit Stress angemessen umzugehen. Hier möchte ich kurz darstellen, wie Focusing als "erste Hilfe" zur Verarbeitung von Stress in akuten Fällen genutzt werden kann.


Wenn Sie sich gestresst fühlen, lassen Sie ganz sanft Ihre Aufmerksamkeit in Ihren Körper kommen. Spüren Sie Ihre Füße... was die Füße berühren und wie sich das anfühlt... Spüren Sie Ihre Beine, die Unterschenkel... die Knie... und die Oberschenkel... Nehmen Sie den Kontakt Ihres Körpers zur Sitzunterlage wahr und spüren Sie, wie Sie getragen werden... Spüren Sie Ihren Rücken... die Unterarme und die Oberarme... Nehmen Sie wahr, was Ihre Hände berühren und wie sich das anfühlt... Nehmen Sie auch Ihren Kopf wahr und Ihren Atem... Und lassen Sie dann Ihre Aufmerksamkeit nach innen gehen, ins Innere Ihres Körpers, in den Hals... den Brustkorb... den Bauch... und den Magen... Seien Sie dann einfach mit ganz freundlichem Interesse ein klein wenig dort, im Inneren Ihres Körpers, so als wäre dort Ihr Zentrum, Ihr Zuhause... Und wenden Sie sich dann von dort aus dem in sich zu, das sich gestresst fühlt...


Vielleicht spüren Sie Stellen Ihres Körpers, an denen etwas arbeitet. Möglicherweise ein Ziehen in den Schultern oder ein verkrampftes Gefühl im Magen oder etwas anderes, von dem Sie wissen, dass es mit dem Stress in Ihrem Leben zu tun hat. Wenden Sie sich ganz sanft dem zu, was Sie wahrnehmen, und sagen Sie: "Ich spüre dort etwas in mir, dass sich ... anfühlt." Versuchen Sie, passende Worte zu finden. Wenn das Gefühl einen Ort in Ihrem Körper hat, legen Sie ganz behutsam und fürsorglich Ihre Hand dorthin. Lassen Sie das Gefühl wissen, dass Sie es wahrnehmen, vielleicht sogar, indem Sie es direkt ansprechen: "Ich spüre, wie ... [Beschreibung einsetzen] du bist."


Häufig führt das zu einer gewissen Lockerung und Entspannung. Selbst wenn das nicht der Fall ist, sind Sie nun Ihrem Stress nicht mehr hilflos ausgeliefert. Nicht mehr SIE sind gestresst, sondern ETWAS in Ihnen, und SIE können das spüren, ihm gegenüber treten und sanft und mitfühlend sein. Wenn Sie wollten, könnten Sie nun von hier aus diesem ETWAS genauer auf den Grund gehen, als emotionale "erste Hilfe" sind die oben beschriebenen Schritte für sich allein genommen jedoch schon äußerst hilfreich.


Wenn Sie Ihrem Stress tatsächlich tiefer auf den Grund gehen wollen und sich dabei meine Unterstützung wünschen, kontaktieren Sie mich. Außerdem lege ich Ihnen das folgende Buch ans Herz:



Burnout: Frühsignale erkennen - Kraft gewinnen: Das Praxisübungsbuch für Trainer, Berater und Betroffene 8 Focusing-Schlüssel, die wirklich helfen (Beltz Weiterbildung)

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