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Focusing im Intimbereich

Posted on April 1, 2019 at 6:00 PM

In der Focusing-Welt ist Sex noch immer unerforschtes Territorium, der schwarze Kontinent, über den man kaum redet und in den man sich nicht so recht hineinwagt.




Bei der Betonung, die wir Focusing-Leute auf den Körper legen, ist das schon sehr erstaunlich. Zwar wird immer wieder gesagt, es sei okay, auf sexuelle Themen zu fokussieren, man müsse seinem Focusing-Begleiter ja nicht unbedingt mitteilen, womit man sich innerlich gerade beschäftige, und im Zweifelsfall könne man ja auch alleine fokussieren. Der Intimbereich wird dann jedoch beim ganz konkreten Fokussieren ausgespart. Wir spüren in den Brustraum, den Magen und den Bauch, noch tiefer gehen wir meistens aber nicht.






Eine Ausnahme bildet meine unerschrockene israelische Focusing-Kollegin Kati Kimchi, die echte Pionierarbeit leistet, indem sie Focusing-Sitzungen anbietet, in denen es ganz explizit um Sexualität geht.




Kimchi berichtet, dass Focusing in die intimen Zonen genauso und auch genauso gut funktioniert wie das Fokussieren in andere Bereiche des Körpers. Wenn man mit seiner Aufmerksamkeit achtsam in die Genitalien hineinspürt und geduldig zuhört, was von dort aus mitgeteilt werden möchte, sagt sie, dann lernen wir sehr viel über uns selbst und auch darüber, was wir wirklich wollen und was wirklich gut für uns ist.




Gleichzeitig sei Focusing in den Intimbereich sehr geeignet, Innere Kritiker oder Innere Moralapostel auf den Plan zu rufen, die dann ebenfalls gehört und durch einen Prozess geführt werden können.




Wenn wir auf diese Weise in uns Hineinspüren, furchtlos und voller Mitgefühl, dann entfalten sich wundervolle und heilsame Prozesse, so Kimchi.




Für mich macht all das einen tiefen Sinn. Und niemand hindert uns daran, in diesem Feld zu experimentieren.

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